Kreative Reisen zur Osterzeit im Burgenland

TischbrennenEier kratzen? Dem Eiermuseum des berühmten Künstler-Ehepaars Bertoni am Neusiedler See einen Besuch abstatten? Oder doch lieber versuchen … die berühmten Zickentaler Moorochsen zu streicheln?

Gemeinsam mit einem Team interessierter Blogger haben wir uns während der Osterwoche daran gemacht, die besten & kreativsten Geheimtipps der “Sonnenseite Österreichs”, wie sich das Burgenland gerne nennt, zu erleben. Einmal mehr zeigt sich: Wer auf der Suche nach echten Geheimtipps ist, wird hier in jedem Falle fündig.

Egal ob mit der Familie, mit dem Partner oder auf eigene Faust: Das Burgenland bietet auf einer Fläche von knapp 4.000 Quadratkilometern eine Fülle an Möglichkeiten für spannende und wahrhaft einzigartige Entdeckungsreisen.

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Gekratzte Ostereier, Top-Schnapsbrennermeister & Latte Art im Südburgenland

Traumhaftes Wetter begleitet uns auf unserer ersten Reise-Etappe in dasSüdburgenland am 2. April 2012: Klarster Himmel, schneeweiße Bergspitzen vor einem tiefblauen Himmel und dazu der kleine Ort Stinatz, den die Eier-Schnitzkünstlerin Erika Stipsits wahrhaft auf die Landkarte gesetzt hat: Das gesamte Haus sowie der Vorgarten sind über und über mit Eiern bedeckt!

Seit über 40 Jahren beherzigt sie diese Kunst und zeigt uns zudem ihr Notizbuch mit alten Mustern und Formen aus den 1970er Jahren. Sie erzählt uns, dass die Kroaten schon vor über 500 Jahren hier gesiedelt und ihre Bräuche wie beispielsweise das Ostereier-Schnitzen mitgebracht haben. Noch vor 40 Jahren sei es nichts Besonderes gewesen, Frauen beim Schnitzen der Eier zu sehen: Erst heute, als die Praxis dieser Tradition sich auf nur mehr 4 Frauen beläuft, wächst das Interesse erneut.

Gemeinsam mit Julie GalanteAndrea Kilpert & dem charmanten und reiseerfahrenen Paar Monika & Petar Fuchs von der Reise-Plattform TravelWorldOnline sehen wir Frau Stipsits über zwei Stunden fasziniert beim Eier-Kratzen zu.

So war Erika Stipsits vor kurzem in der Talkshow von Barbara Karlich eingeladen und gibt sich auch sonst recht sympathisch, erzählt von ihrem Ruhm mittels YouTube Videosund ihrem ausschließlichen Verkauf “aus ihrer eigenen Küche”, denn: Mundpropaganda sei die beste Werbung, so sagt sie!

Wir gratulieren ihr und kaufen recht viele (Hühner)Eier, die sie schon in einer Viertelstunde ausblasen, bemalen und kratzen kann. Alle zusammen staunen wir nicht schlecht ob dieser Handfertigkeit und erliegen gänzlich dem Charme der Küchenstube von Frau Stipsits in Stinatz!

Moorochsen-Kesselgulasch & die Genuss Region der Zickentaler Moorochsen

Als nächstes Ziel reisen wir in die Region der Zickentaler Moorochsen und begegnen dabei Peter Küne vom Verein zum Schutz des Niedermoor in Rohr (www.moorochse.at) sowie den ca. 150 Moorochsen in diesem Gebiet. Diese sind eine spezielle Kreuzung aus Angus und Gallaway Rindern und werden auf den ehemals intensiv angebauten, landwirtschaftlichen Flächen rund um das Niedermoor geweidet.

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Aufgrund der ausgelaugten Böden ist das Wachstum der Tiere recht langsam: 3 Jahre benötigen sie, um in etwa 300kg auf die Waage zu bringen. Dafür ist der Geschmack des Fleisches, wie wir es mittels eines “Moorochsenkesselgulasch” im nahen Gasthof Supper tatsächlich einzigartig gut!

Im Anschluß besuchen wir ebenfalls den interessanten Naturlehrpfad des Niedermooresund lernen über dessen Entstehung, graben mit Peter Küne “1000 Jahre alte Pflanzen” bzw. deren schlammige Überreste aus, lernen über Initiativen des Vereines im Kampf gegen das große Geld, schnelle Profite und intensive Landwirtschaft – unter anderem mit der beispielhaft nachhaltigen, sanften Beweidung des Niedermoors durch die “Zickentaler Moorochsen”!

Das Modell des “sanften” Tourismus mit Besuch der Zickentaler Moorochsen und deren Vermarktung in der Region (beispielsweise als “Kesselgulasch” in Gasthäusern und Hotels ;) sowie darüber hinaus über die Genuss Region und die Destination Südburgenland passt hervorragend zur Entwicklung der Region.

Ausbildung zum Top-Schnapsbrennermeister im Brennerei & Wellness Hotel Lagler

Zu guter Letzt an diesem ersten Reise-Tag begeben wir uns in das Brennerei- und Wellness Hotel Lagler, jedoch nicht ohne vorher dem nur gut 20km entfernten Künstlerdorf Neumarkt an der Raab mit der engagierten Kulturmanagerin Petra Schmögner einen Besuch abzustatten!

Hier erfahren wir Neues zur Sommerakademie von Juli bis August 2012, den Kinder Kreativ Camps, der Gründung des Künstlerdorfes im Jahr 1968 sowie den Künstlern und Kreativen die im Laufe der Zeit hier tätig waren. Unsere Bloggerin Julie Galante überlegt gar eine Wiederkehr im Herbst 2012 zum künstlerischen Austausch (ev. gemeinsam mit einer Gruppe befreundeter Künstler aus München) im Künstlerdorf in Neumarkt.

Schließlich im Brennerei & Wellness Hotel Lagler angelangt, speisen wir gemütlich zu Abend und begeben uns danach in das Abenteuer Verkostung & Tischbrennen der einzigartigen Schnäpse derFamilie Lagler, die weit über die Grenzen des Burgenland hinaus bekannt sind.

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Frau Sieglinde Lagler, die Seniorchefin des Hauses, lädt zum Verkosten ihrer überaus fruchtigen und zu Recht mehrfach und (intern)national prämierten Brände: Sowohl in der Nase (Duft der Früchte!) als auch am Gaumen überzeugen diese durch ihr ausgezeichnetes Aroma. Wir verkosten Weichselbrand, Kaffee- und Karamellikör, Lagler Birne, Apfel, Pannonia Whisky und fachsimpeln in gemütlicher Runde mit Frau Lagler.

Danach geht es direkt “in medias res”: Wir schreiten zur kreativen Tat und brennen gemeinsam unter Staunen und “Blitzlichtgewitter” unseren eigenen (Weichsel)schnappsdirekt auf dem Tisch vor uns!

Andrea und Monika beobachten die Temperatur der kleinen Brennerei (des Kupferkessels), Julie und ich kühlen den Teil an dem sich das dampfende Konzentrat in destillierten Weichselbrand ergießt und tauschen regelmäßig kühlendes Wasser aus. Viele Hände müssen hier zusammenhelfen, um das einzigartige Ergebnis zu erzielen, das unszu Schnapps- und Brennereimeistern macht. Ein tolles Erlebnis!

Die Verleihung der Urkunden, die “Festtagsansprache” von Frau Lagler sowie unsere gesellige Runde könnt Ihr übrigens bei YouTube sehen: http://www.youtube.com/watch?v=94eNQW2eIfg

Lachend heißt uns Frau Lagler somit im erlesenen Club der “Brenner und Kenner” willkommen. Wir verkosten das Ergebnis und stellen zufrieden fest: Ehre, wem Ehre gebührt. Unser Weichselbrand kann sich sehen lassen! Selbstverständlich dürfen wir den frisch abgefüllten Brand gleich mitsamt der Brennermeister-Urkunde nach Hause nehmen und stolz verkünden: Im Burgenland lassen sich wahrhaft meisterhafte (Kunst)Stücke vollbringen.

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